Ein ökosoziales, gerechtes Effizienzpaket der Wertschätzung

Gut, bei Ausdrücken, die PolitikerInnen in den Mund nehmen, ist generell Vorsicht angebracht (schließlich heißt es etwa „Kompetenzzentren für aufenthaltsbeendende Maßnahmen“ statt Schubhaft).

Aber das Sparpaket, das SPÖ und ÖVP in trauter Eintracht vorgestellt haben, innerhalb von zwei Sätzen als ökosoziales, gerechtes, ausgewogenes Effizienzpaket der Wertschätzung, wie es Bundesminister Berlakovich in seiner Rede am 13.2. anlässlich der Wintertagung der Landwirtschaft getan hat, zu bezeichnen erfordert entweder

a) Mut
b) Realitätsverlust
oder
c) beides

Gemäß der Logik unseres Lebensministers ist die Sachlage wie folgt:

Wertgeschätzt werden Pensionisten, Angestellte und Arbeiter, da sie einen beträchtlichen Beitrag leisten werden müssen. Vollkommene Geringschätzung wird aber Vermögenden zuteil, die sich gegen ihren Willen nicht an der Konsolidierung des Budgets beteiligen dürfen.
Ökologisch deshalb, weil die Mineralölsteuerrückvergütung für ÖBB und Wiener Linien aufgehoben wurde. Schließlich soll der öffentliche Verkehr endlich dazu gezwungen werden, unökologische Praktiken – wie etwa den öffentlichen Personentransport – zu beenden.
Sozial, weil es jene trifft, denen es doch wunderbar gut geht.
Ausgewogen, da dieses Sparpaket ohnehin einen Großteil der Bevölkerung trifft.
Effizient deshalb, weil etwas ineffizient wäre, jene zu besteuern, die für gefüllte Wahlkassen sorgen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s