Zwei wirksame Rezepte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen: Oder wie wir es machen.

Rezept 1: CO2-intensive Produktion in Drittländer auslagern.

Durch die Anwendung dieses Rezeptes haben die Treibhausgasemissionen Europas, wie der Economist berichtet, zwischen 1990 und 2008 abgenommen – der wirtschaftliche „Zwischeneinbruch“ in Osteuropa nach dem Zerfall des Ostblocks und die Wirtschaftkrise kommen dieser Statistik natürlich etwas gelegen.
Aber allein die Produktion der importierten Produkte in China macht diese Reduktion wieder wett. Blöd (für die Weltklimabilanz) ist dabei nur, dass da noch andere Drittländer für Europa produzieren und die THG-Emissionen eben dort anfallen.

Rezept 2: Agrotreibstoffe beimengen.

Bis 2020 soll innerhalb der EU der Energiebedarf im Verkehr zu 10 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt werden. Aufgrund von (angeblich) mangelnden Alternativen werden zur Zielerreichung vor allem Agrotreibstoffe beigemengt. Das heißt, dass die EU-Mitgliedsstaaten im Durchschnitt 10 Prozent Agrodiesel bzw. Ethanol dem normalen Treibstoff beimengen. Der „Vorteil“ dabei ist, dass im Verkehrssektor durch den Verbrauch von Agrotreibstoffen rechnerisch keine Treibhausgase anfallen, diese seien schließlich von den Pflanzen während des Wachstums gebunden worden.
Wenn Rohstoffe in Drittländern (Zucker in Brasilien, Gensoja in Argentinien, Palmöl auf gerodeten Regenwaldgebieten in Indonesien oder in Afrika, nachdem die lokale Bevölkerung vertrieben wurde) produziert werden, fallen nur in diesen Drittländern Treibhausgasemissionen (für den nicht unerheblichen Energieaufwand für Maschinenbetrieb, Düngung, etc.) an.
Wenn also unser „Lebensminister“ und Agrarlobbyisten behaupten, dass im Verkehrssektor durch die „Biotreibstoffpolitik“ Treibhausgase eingespart wurden, werden dabei nicht unwesentliche Faktoren ausgespart.
Dass diese „Klimapolitik“ nicht nur klimafeindlich (nicht zuletzt wegen „indirekten Landnutzungsänderungen“ ), sondern aufgrund der Begleiterscheinungen wie gesteigerte Lebensmittelpreise, Vertreibungen, Land Grabbing auch noch menschenfeindlich ist, lasse ich in diesem Zusammenhang unerwähnt.

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