Arbeit und Freizeit, Logik und Paradox

Auf der einen Seite lieben wir unsere Freizeit und freuen uns auf Stunden und Tage, welche wir nicht mit unserer Erwerbsarbeit verbringen müssen. Auf der anderen Seite beziehen wir so viel unserer Persönlichkeit auf unsere berufliche Tätigkeit und fürchten uns ungemein vor einem arbeitslosen Zustand.

Klingt widersprüchlich, leuchtet aus vielerlei Gründen aber doch jedem gesellschaftstauglichen Individuum ein. Immerhin stehen wir in ökonomischer Abhängigkeit zum arbeitsteiligen System, benötigen Einkommen um zu überleben und in weiterer Folge eben Arbeit um ein solches Einkommen zu beziehen.

Dieser romantischen und naiven Nüchternheit zu Folge gälte Arbeit nur als notwendiges Übel, welches sich aus sozialen Zwängen und Anreizen herleiten lässt. Ein gesellschaftliches Hauptziel müsste demnach die Reduzierung der für unseren Erhalt notwendigen Arbeit sein.

Nun lautet für die Mehrheit der fortschrittlichen Welt das Schlagwort längst nicht mehr Überleben sondern Wohlstand. Natürlich ließe sich hier das Ziel setzen, die zum Erhalt des momentanen Wohlstands notwendige Arbeit zu minimieren. Doch scheint die Gesellschaft das Optimierungsproblem umgekehrt zu formulieren, den Wohlstand zu maximieren und dabei die dafür notwendige Arbeit als Nebenbedingung nicht einmal konstant zu setzen.

Dieses Hin und Her zwischen Logik und Paradox verliert sich in vielen Motiven. Was für das Individuum gut ist, muss nicht das sein, was es will. Ebenso muss was das Individuum will, nicht mit dem korrelieren, was das System verlangt. Und um den Kreis zu schließen, muss was das System verlangt, nicht das sein, was für das Individuum gut ist.

Was sich nun wodurch begründet, kann sich jeder Mensch selbst überlegen. Und man sollte nicht schockiert sein, wenn man zum Schluss kommt, dass wir in unseren Entscheidungen so frei gar nicht sind.

Advertisements

3 thoughts on “Arbeit und Freizeit, Logik und Paradox

  1. :-/ braincrash
    i hackl gern, i seh mi als Teil des „Systems“ und i hab a romantische Veranlagung – bin i deswegen ka gesellschaftstaugliches Individuum?!

    1. Nun kann ich nicht folgen – wie kämst Du zu dieser verdrehten Schlussfolgerung? Die provokante Verwendung des Wortes „gesellschaftstauglich“ bezog sich auf die Bereitschaft „in einem arbeitsteiligen System seinen/ihren möglichen Beitrag zu leisten“ und wurde auch nur in diesem Zusammenhang verwendet. Also wenn schon ein Konnex zwischen den von Dir angeführten Punkten, dann würde ich einen positiven unterstellen ;)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s