Rationalisierung, Effizienz und Arbeitslosigkeit

Technischer Fortschritt lässt unser Tun nicht nur immer produktiver werden, fördert das Wachstum und erhöht den Wohlstand. Sondern auf Mikroebene ermöglicht er dabei schlicht auch immer stärker den Ersatz von menschlicher Arbeit durch diverse Formen des Kapitals.

Dieser Vorgang soll in der vorliegenden Notiz unter dem an sich breiter aufgestellten Begriff der Rationalisierung verstanden werden. In diesem Zusammenhang soll das von Marktfundamentalisten gern gebrachte Argument hinterfragt werden, dass hinter jeder Innovation zur Rationalisierung auch neue Arbeitsplätze stecken. Dies ist soweit zwar korrekt, man darf dabei aber nicht übersehen, wie unser System funktioniert.

Unternehmen müssen gewinnmaximierend agieren oder wenn man so will kostenminimierend. Ein Unternehmen wird also nur dann in eine solche Neuerung zur Rationalisierung investieren, wenn deren Kauf und Nutzung billiger ist, als die Erhaltung dadurch eingeparter Arbeitsplätze. Da ein zweites Unternehmen, welches unserem ersten Unternehmen und anderen die entsprechende Neuerung verkauft aber ebenfalls gewinnmaximierend und kostenminimierend agiert, liegt der Preis der Neuerung garantiert nicht unter dem anteiligen Wert jener Arbeit welche in der Entwicklung und Produktion der verkauften Neuerung steckt. Rückschließend ist es unter sonst gleichbleibenden Rahmenbedingungen also systemisch unmöglich, dass Innovationen zur Rationalisierung auch nur ebenso viele neue Arbeitsplätze von äquivalentem Wert schaffen wie sie ersetzen.

Technisch effiziente Rationalisierung setzt netto also stets Arbeit frei und darin liegt schließlich ja auch ihr Potenzial. Nun besteht die Herausforderung unserer Gesellschaft darin, jene Effizienzgewinne gerecht zu verteilen und vor allem auch sinnvoll zu nutzen.

Verlassen wir uns dabei auf den Markt, sind wir auf Arbeitsplätze angewiesen, welche durch Rationalisierung bedroht werden. Neue Arbeitsplätze schaffen bedeutet aus obiger Herleitung aber letztlich auch immer Arbeit schaffen, unabhängig davon ob wir sie als sinnvoll erachten. Und Arbeit schaffen bedeutet neue Nachfrage generieren oder altes Angebot neuerdings am Markt zu verkaufen, unabhängig davon ob wir dafür gerecht entlohnt werden.

Der Markt kennt keine Ethik, keine Moral, keine Nachhaltigkeit und vor allem keine Menschlichkeit. Bei all seinen Vorteilen, welche mit dem Fortschritt auch Rationalisierungen bringen mögen, sollte der Mensch stets den Markt kontrollieren und nicht der Markt das Leben des Mensch dominieren.

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