Quotenregelung, Emanzipation oder Diskriminierung

Ein fortschrittlicher Geist fordert gern die völlige Gleichberechtigung der Geschlechter oder wie es auch im Gesetzestext heißt: Gleichbehandlung. Wenn nun aber eine Frau gemäß aktueller politischer Diskussion einen Platz in einem Aufsichtsrat aufgrund einer Quotenregelung ergattern sollte, entspricht dies doch klar einer Ungleichbehandlung.

Es ist nicht so, dass sich diese Ungleichbehandlung nicht argumentieren ließe. Ganz allgemein erachte ich es auch als unmöglich, in gewissen Lebensbereichen um eine Ungleichbehandlung oder vielleicht auch Ungleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herum zu kommen, wenn man zugleich etwa Chancengleichheit erreichen will, welche als Terminus und Konzept oft weniger Widersprüche provoziert.

Spätestens Argumente der Biologie, wie etwa dass Frauen von Schwangerschaft direkt betroffen sind, Männer jedoch nicht, zeigen deutlich die ungleiche Basis, von der aus beide Geschlechter am Markt agieren. Und nicht nur im Steuerwesen wird die ungleiche Behandlung ungleicher Individuen als wichtiges Prinzip der Gerechtigkeit erachtet.

Soweit begrüße ich diverse Maßnahmen, welche Frauen schützen und fördern, sowie veraltete gesellschaftliche Muster aufbrechen. Doch der Quotenregelung zwischen den Geschlechtern will ich entschieden eine Absage erteilen.

Bisher ausgeführtes ließe mich nämlich zum Schluss kommen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die aufgrund des Geschlechts ungleichen Individuen letztlich von einer annähernd gleichen Basis aus agieren können. Die Quotenregelung zwischen den Geschlechtern würde aber keine faire Basis schaffen, sondern auf leistungsfeindliche Art und Weise direkt in die Interaktion des Marktes eingreifen.

Nicht dass ich in allen Belangen ein überzeugter Anhänger des Marktes wäre. Wenn sich jedoch aus gutem Grund zu liberaler Gestaltung bekannt wird, dann erachte ich die Quotenregelung zwischen den Geschlechtern nicht nur für eine kurzsichtige Regulierungsmethode, sondern auch für eine faule Ausrede, um sich den wirklich aufwendigen, dafür aber nachhaltigen Änderungen sozialer und wirtschaftlicher Strukturen nicht stellen zu müssen. Sie würde weniger emanzipieren als diskriminieren.

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