Bettelverbot, ein feiger Tritt gegen die Menschenrechte

Ich habe das Gefühl, dass mir irgendwie die Worte fehlen und es daher um so schwerer wird die Richtigen zu finden. Doch zugleich empfinde ich es als höchst unpassend zu schweigen.

Natürlich gilt es jene zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen, die mit dem Leid anderer Menschen ihre Profite erzielen. Nichts anderes fordern mir ähnlich gesinnte seit ewigen Zeiten und dabei sollte es gewiss keine Ausnahme in Sachen Betteln geben.

Doch so wie man die Schlepperbanden verfolgen sollte und nicht die Verschleppten, sollte man auch in der Bettelsache nicht jene einzelnen Individuen kriminalisieren, welche die traurige Notwendigkeit verspüren, sich einem dieser letzten nicht kriminellen Auswege zu verschreiben oder gar dazu genötigt werden.

Auch wenn die Bettelnden sich durch ihre Tätigkeit selbst wahrscheinlich schon eines Teils ihrer Würde beraubt sehen, wäre eine Kriminalisierung nur ein weiterer Tritt gegen ihre Menschenrechte. Dies kann und will ich aus Überzeugung nicht gutheißen.

Die Spitze des kaltherzigen Eisbergs wird nun letztlich mit dem Versuch erreicht, auch noch jene zu Beschuldigten zu machen, die ihr Recht auf freie Meinung nutzen, um gegen diese feige politische Variante des Bettelverbots zu protestieren. Es genügt scheinbar nicht, jene von der Straße vertreiben zu wollen, die durch ihr eigenes Schicksal auf die systemgenerierte Armut hinweisen. Für Teile der Politik scheint sich gleich ein Rundumschlag gegen jene anzubieten, deren Gewissen noch nicht abgestumpft genug ist und die sich die Demokratie noch nicht aus ihrem Alltagsverständnis haben klopfen lassen.

Was wird uns erwarten, wenn langsam alles, was nicht ins Bild des Establishment passt oder das Denken und Handeln der politischen Führung in Frage stellt, kriminalisiert wird. Wo bleibt die Demokratie, wenn jenen, die sich noch trauen sie aktiv zu leben, für die Wahrnehmung ihrer einst festgeschriebenen Rechte sogar schon Terrorismus unterstellt wird. Die Antwort gibt wohl leider einmal mehr die Geschichte.

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One thought on “Bettelverbot, ein feiger Tritt gegen die Menschenrechte

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