Kapitaleinkommen und Vermögen, Besteuerung aus Prinzip

Eine Art Staatsapparat und dessen Dienste als notwendig erachtet, muss das zur Finanzierung unverzichtbare Steuersystem nicht nur effizient gestaltet werden, sondern auch Anforderungen der Gerechtigkeit erfüllen. Dabei wird vor allem auf zwei Prinzipien gesetzt:

Das Leistungsfähigkeitsprinzip als erstes Beispiel verlangt von jedem Individuum einen seinen Möglichkeiten entsprechenden Beitrag, unabhängig der Inanspruchnahme der damit finanzierten staatlichen Leistungen. Ein solcher Beitrag ließe sich zu einem großen Teil natürlich aus dem Einkommen ableiten. Personen mit dem selben Einkommen können aber wohl kaum als finanziell gleich leistungsfähig angesehen werden, wenn eine davon gerade mal anfängt aufs erste Eigenheim zu sparen, während die andere bereits mehrere Immobilien besitzt. Verallgemeinert, Vermögen als Bemessungsgrundlage nicht zu berücksichtigen, wäre ganz offensichtlich eine Verletzung dieses Prinzips.

Eine alternativer Ansatz wäre das Äquivalenzprinzip, welches nicht auf die Möglichkeiten der Individuen achtet, sondern eben auf deren Inanspruchnahme staatlich finanzierter Leistungen. Nun ist zu überlegen, wer wie sehr von beispielsweise der Erhaltung von Sicherheit und Ordnung profitiert. Eine Person welche teure und wertvolle Dinge besitzt, hat schon rein rechnerisch mehr zu verlieren oder gemäß Assekuranztheorie eben mehr zu versichern, als eine weniger wohlhabende. Verallgemeinert, Vermögen als Bemessungsgrundlage nicht zu berücksichtigen, wäre ganz offensichtlich eine Verletzung des Prinzips.

Egal welche Perspektive man nun als gerechter empfindet, Vermögen, und darunter fällt auch gewinnbringend angelegtes Kapital, ist bei der Besteuerung zu berücksichtigen.

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