Bildung, eine Investition wert

Immer wieder faszinierend, welch ausgeprägte Fantasie in der Politik zu Tage tritt, wenn fortschrittliche Ideen auf konservativen Traditions-Lobbyismus treffen. Nicht anders scheint es in Debatten rund um eine Reform unseres Bildungssystems zu sein. Dabei ließe sich nicht all zu schwer von den Siegern des viel zittierten PISA-Tests lernen und ein nachhaltiges Best-Of kreieren.

Fällt jedoch das Stichwort Gesamtschule, prophezeien deren Kritiker bereits den unkreativen Einheitsbrei auf Niedrigstniveau. Dabei gibt es doch eine Vielzahl an Umsetzungmöglichkeiten und es ließe sich auch am heiß geliebten Gymnasium orientieren.

Viele übersehen schlicht weg, dass es hier nicht nur um die dringende Einführung von Chancengleichheit geht, sondern auch für den Wirtschaftsstandort durch verfrühtes auf falschen Parametern beruhendes Selektieren bestehende Potentiale ungenutzt bleiben.

Das Streitwort des Bildungsjahres außer Acht gelassen, treffen auch andere Vorstöße auf Widerstand. Die Herabsetzung des Betreuungsschlüssels, die Ausweitung der Zeiten und die Erstellung besserer Rahmenbedingungen für Kinder und Personal etwa passen eben kaum zum Sparmaßnahmenkatalog der Bundesregierung. Mehr Stellen, Klassen und gar Büros kosten natürlich einiges an Geld, was wir laut manchen politischen Akteuren angeblich nicht haben.

Einmal mehr ließe sich hier mit dem Wirtschaftsstandort argumentieren, in dessen Humankapital schleunigst investiert werden sollte, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, um gleich im Jargon der Boykotteure zu sprechen.

Unabhängig der Finanzierung, deren Berücksichtigung die Länge dieses Textes sprengen würde, stellt sich die Frage, warum sich gewisse Entscheidungsträger so gegen Forderungen sträuben, die auch kompetenter Unterstützung aus Forschung und Industrie nicht entbehren.

Einerseits könnte natürlich das übliche Problem des kurzen Zeithorizonts einer gewählten und wieder zur Wahl antretenden Regierung im Spiel sein. Andererseits spiegelt sich natürlich immer auch eine Interessensvertretung wieder, die in diesem Fall aber nur für eine Minderheit gelten würde. Vielleicht haben manche Damen und Herren des Hohen Hauses einfach keinen Anreiz, in das öffentliche Bildungssystem zu investieren, da die Nachkommenschaft sich bereits ohnehin Privatschulen leistet oder leisten kann.

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