Gewalt gegen Frauen steigt weiter an

Etwa 20 Mal pro Tag rückt in Österreich die Polizei aus, weil eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt wird. Jede fünfte Frau ist davon betroffen. Und die Zahl steigt seit Jahren. Der Opferschutz funktioniert zwar einigermaßen, aber zum heutigen „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ gibt es doch Kritik von Frauen-Organisationen.
Die Beratungsstellen sind überlaufen, die Frauenhäuser voll. Im Vorjahr wurden in Österreich mehr als 14.000 Gewaltopfer betreut, knapp 5.000 waren es im Jahr 2001. Mehr als 3.000 Frauen und Kinder haben in österreichischen Frauenhäusern Schutz gesucht.
In Salzburg schlagen die Betreiberinnen jetzt Alarm: Sie fürchten, dass sie wegen Einsparungen ein Frauenhaus schließen und in einem zweiten das Angebot massiv einschränken müssen. Auch in Tirol und Niederösterreich gab es Finanzierungsprobleme. Es sei untragbar, dass in vielen Bundesländern Frauenhäuser, obwohl es sie seit 30 Jahren gibt, jedes Jahr neu um Finanzierung betteln müssen, kritisiert die Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser Andrea Brem. Sie verlangt eine fixe Veranke¬rung mit guten Verträgen.
Besonders schwer haben es Migrantinnen, wenn sie misshandelt werden. Viele haben keinen eigenen Aufenthaltstitel. Die Folge: Wenn sie sich an Schutzeinrichtungen wenden, werden sie abgeschoben, die Männer aber werden nicht belangt, sagt Andrea Brem.
Das Gewaltschutzgesetz, das seit vergangenem Juni in Kraft ist, wollen Expertinnen noch nicht be¬wer¬ten. Noch zu neu, heißt es. Auf jeden Fall müsste man in Zukunft viel intensiver mit den Tätern arbeiten, sagt Andrea Brem, und dafür auch Geld in die Hand nehmen.

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