Lämmertransporter von Polizei gestoppt

Nikolaus Kulmer schreibt:

TierschützerInnen der „Tier-WeGe“ stoppten in aller Früh einen rumänischen Tiertransporter, beladen mit 650 Osterlämmern, bei der Raststation Kaiserwald (Steiermark). Ein Lamm hatte sich offensichtlich den Kopf zwischen einer Trennwand und den Gitterstäben eingeklemmt. Sofort waren die beherzten Polizisten der Landesverkehrsabteilung Graz vor Ort und stellten bei Begutachtung des Tiertransporters wieder einmal gravierende Mängel fest. Sie forderten prompt den zuständigen Tierarzt an.

Massive Missstände !

1. Für viele der Tiere war die Raumhöhe viel zu niedrig – sie konnten nicht aufrecht stehen !
2. Es waren viel zu viele Tiere auf dem Lkw. Platz war für max. 600 Lämmer, doch aufgeladen waren 650 !
3. Wieder einmal war das Tränkesystem falsch ! Es wäre nur für Rinder geeignet und konnte deshalb nicht von den jungen Schafen bedient werden.
4. Die Zwischentrennwände stellten ein enormes Verletzungsrisiko für die Tiere dar. Der Abstand war viel zu weit, sodass sich die Lämmer den Kopf festklemmen konnten. Zweimal musste ein Tierschützer ein Tier aus einer solch brenzligen Lage während der Kontrolle befreien.
5. Das gesetzlich vorgeschriebene Futter fehlte !
6. Die dokumentierten Ruhezeiten der Fahrer passten mit dem Fahrtenschreiber überhaupt nicht überein !

Dazu kam, dass die Transporteure Fahrerflucht bei einer Tankstelle in Ilz-Fürstenfeld begangen hatten, nachdem sie beim Wenden des Fahrzeuges eine Zapfsäule gestreift hatten ! Das stellte sich heraus, als die Polizisten während der Kontrolle einen Funkspruch bekamen.

Die Tiere waren zum Zeitpunkt der von den TierschützerInnen veranlassten Kontrolle bereits 16 Stunden unterwegs – ohne Wasser und ohne Futter ! Und sie hatten noch mindestens 11 Stunden Fahrt vor sich. Eine Strecke von insgesamt 2000 km reine Fahrtstrecke !!

Im Europäischen Tiertransportgesetz steht: „Niemand darf eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten.“ So war für die TierschützerInnen eigentlich klar, dass die Tiere aufgrund der massiven Missstände in einer Labestation notversorgt werden müssten.

Doch obwohl die Tiere litten und die Transporteure offensichtlich gegen die Gesetzesauflagen verstoßen hatten (Ladedichte, Tränkesystem, Trennwand-Montage, etc.), veranlasste der angeforderte Tierarzt, dass der Lkw weiterfahren durfte !

Die Lämmer mussten also weitere 11 Stunden zusammengepfercht auf engsten Raum und ohne Versorgung aushalten !

Niki Kulmer von der „Tier-WeGe“ meint dazu:
„Ich bin schwer über die Vorgehensweise des Tierarztes enttäuscht und schockiert ! Die Polizisten waren äußerst engagiert und förderten sofort die schweren Mängel zutage, welche vom Tierarzt auch bestätigt wurden. Doch der ignorierte die Missstände einfach, ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden der Tiere ! Gerade so ein Mensch, der tagtäglich mit Tieren zu tun hat, müsste in so einem Fall korrekt handeln. Er weigerte sich einfach, den nächsten Schritt zu setzen – warum auch immer, ist mir ein Rätsel !“

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